Neues aus der Forschung
Dez 7, 16:45
Der Tennessee- Ulysses- Hemjeoltmanns- Forschung ist es gelungen, diesen Ausriss aus einem Brief an einen alten Schulfreund ausfindig zu machen, in der der Künstler noch mal notiert, was ihn an seinem Weihnachtsprojekt so fasziniert, aber lesen Sie selber:
“Mich beschäftigt im Moment mein Weihnachts- Starschnitt. Ich nutze mein tägliches Aquarell, um in den 24 Tagen bis Heiligabend jeden Tag ein 24tel einer Madonna von Raffael in Originalgröße zu kopieren (‚La Belle Jardiniére’, Louvre). Das macht mir großes Vergnügen, es ist für mich eine Annäherung an ein Gemälde, ich fühle mich, als würde ich einen Tag in Raffaels Schuhen herumlaufen, ich merke in jedem Detail das Handwerk und die Liebe, die er investiert hat.
Über meinem Bett wächst nun die Madonna heran, jeden Tag ein Stückchen mehr. Ich hole mir dadurch ein Stück des Louvre in die Wohnung, es hängt da, in der realen Größe und ist irgendwie körperlich präsent, ein Erlebnis. Und dadurch, dass ich die Einzelteile auf meiner website als download anbiete, kann jeder sie ausdrucken und dasselbe Erlebnis genießen.
Natürlich ist noch der Schritt der Übertragung dazwischen, meine unbeholfene Handschrift kratzt erheblich an der handwerklichen Perfektion des verehrten Kollegen Raffael, dazu kommt die Tagesform und die jeweilige Verfassung; aber das ist Teil des Konzeptes – ich mache meine Tagebuch- Notate und bringe die Madonna damit an den Rand der Unkenntlichkeit, aber Raffael ficht das nicht an, das Bild entfaltet (in meinen Augen) seine Aura selbst unter so widrigen Umständen, das fasziniert mich und deswegen trau ich mich da überhaupt ran: ich untersuche das Bild für mich aber ich huldige ihm auch. Es geht nicht um eine Neu- Interpretation, das würde ich mir einfach nicht anmaßen.”
Sind wir wieder schlauer. Ihre Forschungsabteilung.
Und?
Was hat Hinz geantwortet?
— iSche ut Hamm · Dez 7, 22:45 · #
Redselig in den dunklen, nassen Tagen?
— iSche ut Hamm · Dez 7, 22:49 · #